Santiago Ziesmer

Dünner Vetter

Er wurde 1953 in Madrid geboren, Vater Spanier, Mutter Berlinerin. Ab 1954 wuchs er mit der Mutter und drei Schwestern in West-Berlin auf.

Regisseur Herbert Ballmann suchte 1964 für die Rolle eines gelähmten Jungen in den Schulen nach einem geeigneten Kind, „entdeckte“ Ziesmer. Margot Trooger spielte seine Mutter in „Alle Loks pfeifen für Jan“. 1966 bis 1971 besuchte er den musischen Zweig der Otto-von-Guericke-Realschule und filmte nebenbei in Serien wie beispielsweise „Tommy Tulpe“ oder „Till, der Junge von nebenan“.

Seine Schauspielausbildung von 1972 bis 1975 absolvierte er in dem Schauspielstudio Hanny Herter und legte 1975 seine Bühnenreifeprüfung ab. Bereits 1976 machte er Furore mit der Rolle des jungen Mozart in dem Film „Mozart – Aufzeichnungen einer Jugend“, der mit mehreren Bundesfilmpreisen ausgezeichnet wurde. Über 60 Rollen in TV-Filmen und Serien, wie u. a. „Praxis Bülowbogen“, „Ein Heim für Tiere“, „Drei Damen vom Grill“, Serienrollen wie der Stallbursche Ludger in „Rivalen der Rennbahn“ (ZDF) oder Professor Gregor Wünsche in „Hinter Gittern – der Frauenknast“ bei RTL machten ihn bei einem breiten Publikum populär.

Als Synchronsprecher leiht Ziesmer seine Stimme u. a. dem amerikanischen Schauspieler Steve Buscemi und der beliebten Trickfigur „SpongeBob Schwammkopf“. Schwerpunkt für ihn ist das Theater. So war er 14 Jahre lang Ensemblemitglied des Jugendtheaters der Berliner Kammerspiele, gastierte am Hansa Theater, der Tribüne, dem KAMA Theater, im Theater am Kurfürstendamm sowie mit Dieter Hallervorden an dessen „Wühlmäusen“ am Theodor-Heuss-Platz.

Gastverträge führten ihn nach Bochum, Stuttgart, Aachen, Bamberg, an die Freilichtbühne Wunsiedel und zu den Salzburger Festspielen. Zuletzt spielte er im Schlosspark Theater in Steglitz in „Arsen und Spitzenhäubchen“ die Rolle des Dr. Einstein.