Herbert Köfer

Der arme Nachbar

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Der Name Köfer ist ein Garant für gute Unterhaltung, ob beim Fernsehen, im Film, beim Rundfunk, in den Synchronstudios oder auf der Bühne und viele Zuschauer kennen ihn noch von den großen Unterhaltungsshows.  Seine Rollen in Familienserien wie zum Beispiel „Rentner haben niemals Zeit“, „Geschichten übern Gartenzaun“ und zahlreichen Schwänken ließen ihn rasch zu einem populären und gefragten Schauspieler werden. Für viele unvergessen: Der Vater Neumann – dreizehn Jahre lang hieß es im Rundfunk insgesamt 764 Mal „Neumann, zweimal klingeln“.

Auf dem Bildschirm oder der Filmleinwand zeigten u. a. seine Rollen in den Produktionen wie „Nackt unter Wölfen“, „Grenadier Wordelmann“ oder in den Fallada-Verfilmungen „Wolf unter Wölfen“ und „Kleiner Mann, was nun?“ den Charakterschauspieler Herbert Köfer. 1990 spielte er an der Seite von Brigitte Grothum in „Rosenemil“ am Berliner Hansa Theater. Es folgten neben vielen anderen Fernsehrollen die Fernsehserien „Auto-Fritze“, „Elbflorenz“, „Immer wieder Sonntag“, „Aber ehrlich“, „Leinen los für MS Königsstein“ und der ZDF-Mehrteiler „Liebesau – die andere Heimat“.

Am Theater am Kurfürstendamm spielte er unter anderem in Horst Pillaus „Guten Tag, Herr Liebhaber“ und in Kästners „Das lebenslängliche Kind“ sowie in der Erfolgs-Inszenierung der „Pension Schöller“ mit. Das Dresdener Publikum kennt ihn aus den Komödien „Zwei ahnungslose Engel“ und „Der keusche Lebemann“, als Al Lewis in Neil Simons „Sonny Boys“, als Professor Crey, alias Schnauz, in „Die Feuerzangenbowle“ sowie als Wilhelm Gieseke „Im weißen Rössl“ und als Ritter Ludwig in der gleichnamigen Komödie von Stefan Vögel.

Im letzten Jahr schlüpfte er erneut in seine Paraderolle „Paul Schmidt“ in der Theateradaption von „Rentner haben niemals Zeit“, die von dem jungen Schauspieler und Autor Christian Kühn und ihm eigens für die Comödie Dresden geschrieben wurde. Die Inszenierung war nicht nur ein Erfolg an der Comödie Dresden, sondern sorgte auch auf nachfolgender Tournee für ausverkaufte Säle und stehende Ovationen.

Auf Grund dieses Erfolges schrieb Christian Kühn eine Fortsetzung der Geschichte: „Paul auf hoher See – Neue Abenteuer vom Rentner, der niemals Zeit hat“, die noch in diesem Jahr und Anfang nächsten Jahres in Dresden aufgeführt wird. Vor kurzem sah man ihn in der Fernsehserie „In aller Freundschaft“ sowie in der ARD-Vorabendserie „Heiter bis tödlich“ und im Juli 2012 startete die Komödie „Bis zum Horizont, dann links“ in den deutschen Kinos, in der Herbert Köfer an der Seite von Otto Sander und Angelica Domröse zu sehen ist. Regie führte Bernd Böhlich.

2002 wurde Herbert Köfer mit dem Medienpreis „Goldene Henne“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Man glaubt nicht richtig gehört zu haben, wenn man vernimmt, dass Herbert Köfer im Herbst 2010 sein 70-jähriges Bühnenjubiläum feierte. Der Rentner, der niemals Zeit hat!